Tauchtour zum Kulkwitzer See

Wels
Wels an seinem Ruheplatz im Geäst, Kulkwitzer See vor der Tauchschule Delphin

Inzwischen ist es schon gut zwei Jahre her, als ich im Kulki, wie er liebevoll von den Einheimischen genannt wird, abgetaucht bin. Im April haben wir nachgelegt, diesmal mit dem einzigen Ziel, zu tauchen und dabei das geflutete Braunkohletagebaurestloch aus den Sechzigern zu erkunden.
Unsere Basis war ein kleiner Schweden-Bungalow auf dem Campingplatz. Hier konnten wir auch gleich die Füllstation der Leipziger Delphine nutzen.
Vom Einstieg auf dem Campingplatz haben wir alles, was wir vor Einstieg 2 und Einstieg 3 erkunden konnten, gesehen. Der Tauchverein hat den See mit einigen Highlights bestückt und beeindruckende Arbeit geleistet.

Bei unseren UW-Kursen sind wir großen Karpfen, Hechten, Barschen, Krebsen und einem Wels begegnet. Wir waren am Wrack der alten Barkasse – Geschwister Scholl – die 2005 hier ihren letzten Platz in 22 m Tiefe gefunden hat und haben uns den Rumpf der versenkten Piper in 20 m Tiefe angesehen. Der Tauchverein hat riesige Rüstungen im See aufgebaut, von denen zwei aus 22 m Tiefe bis wenige Meter unter die Wasseroberfläche reichen. Diese Rüstungen sind teilweise mit Netzen und Bäumen behangen und bieten so der Flora und Fauna Lebensraum und Schutz. Wir hatten den Tipp bekommen, wo wir einen Wels sehen können und hatten Glück.

In den drei Tagen haben wir sechs interessante Tauchgänge gemacht, die uns bis mitten in den See führten. Was für die Flossen zu weit war, haben wir vom Einstieg 3 mit unseren Scootern erreicht.
Die Sichtweiten im flachen Wasser lagen zwischen 3 m und 5 m. Im tieferen Wasser hatten wir Sicht um ca. 8 m. Es wird immer wieder darauf hingewiesen umweltgerecht zu tauchen, kein Sediment aufzuwirbeln, was für uns sowieso selbstverständlich ist. Den Karpfen kümmert das nicht, sie hinterlassen riesige Sedimentwolken. Es scheint so, als ob die Karpfen maßgeblich für das milchig erscheinende Wasser in den oberen 12 m verantwortlich sind. Trotzdem fanden wir die Sichtweiten ganz gut, sie waren auch nicht überall gleich.