Tauchen vor der Insel Fehmarn

Fehmarn bietet eine ganze Reihe von Tauchplätzen direkt vom Strand aus. Große Tiefen erreicht man hier nicht. Um 6 m Tiefe zu erreichen, muss man schon ein gutes Stück raustauchen, ausgenommen ist der Fehmarnsund. Dafür sind die Tauchgänge sehr entspannt und mit etwas Glück bekommt man die typische Tier- und Pflanzenwelt der Ostsee zu sehen.

Mergelformationen und Jungfischschwarm in der Ostsee bei Westermarkelsdorf Fehmarn

Unsere Tauchplätze

Scholle in der Ostsee bei Katharinenhof Fehmarn

Je nach Windrichtung haben wir uns den optimalen Tauchplatz ausgesucht. Bei Ostwind tauchten wir in Westermarkelsdorf. Kurz nach dem Abtauchen erreichten wir die Mergelformationen, in deren Löchern sich die kleinen Ostseegarnelen versteckten. Ein Stück weiter befindet sich der große, aus dem Wasser ragende, Poller. Unterwasser ist er mit Felsen umsäumt und üppig bewachsen. Die Sichtweiten waren echt klasse. Weiter draußen hatten wir bis 15 m Sicht.

Grundeln trifft man häufiger in der Ostsee vor Fehmarn an

Meist kam der Wind aus West oder Nordwest und wir haben das Ostufer für unsere Tauchgänge genutzt. Wir sind an der Slip-Anlage beim Campingplatz Katharinenhof, am Fischerweg Katharinenhof und in Staberhuk ins Wasser gestiegen.

Das gab es zu sehen

Seltener zu sehen, ein Steinbutt in der Ostsee vor Katharinenhof

Ab und an sahen wir ein paar größere Fische wie, einige Schollen, zwei Aale und ein Steinbutt. Kleine Meeresbewohner gibt es da schon mehr. Flundern, Seezungen, Klippenbarsche, Aalmuttern, Ostseegarnelen, Sandgarnelen, Schwebegarnelen, Seenadeln, verschiedene Grundeln, Krappen, wenige kleine Seesterne und ein paar Quallen konnten wir beobachten.

Kleine Seenadel in der Ostsee vor Fehmarn

Bei unserem Nachttauchgang haben wir nicht mehr als bei den Tauchgängen am Tage sehen können, was eher ungewöhnlich ist. Ein großer Aal war dennoch dabei und spannend war es trotzdem.

Unsere Füllstation

Unsere Flaschen haben wir in der Tauchbasis Katharinenhof, füllen lassen. Das Befüllen ging recht schnell und die Verwendung eines eigenen Personalfilters war auch kein Problem.
Der Weg zur Tauchbasis am Südstrand, war uns dann doch zu aufwendig, obwohl die Basis aus unserer Sicht einen moderneren und professionelleren Eindruck macht. Außerdem gibt es noch die Tauchbasis von Atlantis, auf dem Campingplatz Wulfener Hals.

Wracktauchen in der westlichen Ostsee

Wrack S103
Die Brück des Wracks Torpedo-Schnellboot S103

Im Juli hat sich kurzfristig die Möglichkeit ergeben, an Bord der Bubblewatcher eine Wracktour auf der Ostsee zu machen. Wir waren drei Taucher, sind Freitagabend angereist und von Samstag bis Montag auf der Ostsee unterwegs gewesen, um verschiedene Wracks zu betauchen.

Wrack Sten Trans
Im Maschinenraum des Frachters Sten Trans

Gestartet sind wir vom Hafen Geltinger Mole. Wir hatten top Wetter und kaum Wind. Durch die idealen Bedingungen auf See sind wir als erstes das Wrack des ehemaligen Frachters und Saugbaggers Sten Trans angefahren. Das 65 m lange Schiff liegt in einer Tiefe von ca. 21 m auf der Backbordseite. An diesem Wrack haben wir zwei Tauchgänge mit insgesamt 130 min Tauchzeit gemacht. Es ist wunderschön mit Seenelken und Muscheln bewachsen. Die Sicht war teilweise schlecht, da sich verschieden Wasserschichten vermischten und so eine große Thermocline entstand. Im offenen Frachtraum und im Pumpenraum des Wracks, war die Sicht gut.

Zum Abend sind wir in den Hafen Bagenkop auf der Insel Langeland gefahren. Dort war gerade Hafenfest und die Dänen feierten mit lauter Musik bis morgens um 6 Uhr. Ungünstig für uns, denn wir wollten uns für die nächsten Wracks M36 und Island ausruhen.

Wrack Aerosund
Im Wrack der Eisenbahnfähre Ærøsund

Am Sonntag kam alles anders als wir es uns vorgenommen hatten. Die See war unruhig, sodass wir keine Chance hatten die geplanten Wracks zu betauchen. Stattdessen fuhren wir bei Windstärke 5 bis 6 richtig Süd-Fünen, um im Schutz der großen Insel doch noch ins Wasser zu kommen. Die Überfahrt dauerte fünf Stunden, wir hatten teils zwei Meter hohe Wellen und kamen erst am Abend ziemlich geschafft an der Wrackposition der Ærøsund II an. Die ehemalige 56 m lange Eisenbahnfähre wurde für die Versenkung hergerichtet und steht auf ebenen Kiel. Auf unserem 18 m tiefem Tauchgang sind wir durch das Fahrzeugdeck getaucht. Die Räume unterhalb des Decks hatten extrem schlechte Sicht. Über dem Fahrzeugdeck befindet sich das ehemalige Personendeck. Dort war die Sicht sehr gut. An drei Seiten befinden sich die Fensteröffnungen durch die das helle Grün des Ostseewassers schimmerte. Die Decks selbst waren alle dick mit Muscheln bewachsen. Auf dem Außendeck sind Kameras und Leitungen installiert, die zur Oberfläche führen.
Nach dem Abendessen fuhren wir weiter zum Hafen von Søby auf der Insel Ærø. Auf der Überfahrt hatten wir einen Maschinenausfall. Dadurch dümpelten wir ca. 1 Stunde in den Wellen und kamen erst sehr spät im Hafen an.

Flag S103
Das Flaggeschütz auf dem Wrack von S103

Montag sind wir auf unserem Rückweg zur Geltinger Bucht in der Nähe der Insel Als die Wracks der S103 und der Erik betaucht.
Das Torpedoschnellboot S103 steht in ca. 35 m Tiefe aufrecht. Die Sicht am Wrack war gut. Die Torpedorohre sind kaum noch als Rohre zu erkennen, zu stark zerstört. Einige Teile der Bordwand und des Decks fehlten und erlaubten einen Blick in das Wrack. Das nach oben gerichtete Flakgeschütz achtern war noch gut erhalten. Leider mussten wir nach ziemlich kurzer Grundzeit zur ersten Dekostufe auftauchen und erreichten die Oberfläche nach einer dreiviertel Stunde Tauchzeit.

Bug Wrack Erik
Der Bug des Wracks Frachter Erik

Am Wrack des Frachters Erik sind wir nur zu zweit getaucht. Die Sicht war hier am besten. Wir konnten mindestens das halbe Wrack überblicken, das Schiff ist ca. 34 m lang und steht aufrecht in ca. 22 m Tiefe. Der ehemalige Frachter ist herrlich mit Seenelken und Seescheiden bewachsen. Wir haben eine große Scholle und Dorsche im Wrack gesehen. Achtern unterm Wrack, direkt über dem Grund konnten wir einen Leng und fünf große Dorsche entdecken. So große Dorsche hatte ich noch nie zuvor gesehen. Das Wasser war hier glasklar und sie schauten uns nervös mit ihren großen Augen an, das war ein Anblick … Wir haben den Tauchgang sehr genossen und uns viel Zeit gelassen alles genau anzusehen bevor wir unseren letzten Wracktauchgang auf dieser Tour beendeten.

Bubblewatcher Taucherdeck
Das Tauchdeck der Motoryacht Bubblewatcher wird bei Seegang überspült

Der Service der Bubblewatcher mit dem Kapitän Peter Klink war klasse. Peter hat uns gut auf seinem Schiff versorgt, es fehlte nichts und Peter hat sogar selbst gekocht. Das wohnen an Bord war nicht nur praktische, sondern auch gemütlich. Manuel, Jürgen und ich hatten eine gute Zeit an Bord und interessante Tauchgänge.

Wrack Aerosund
Auf dem Personendeck, im Wrack der Eisenbahnfähre Ærøsund

 

Wrack Frachter Erik
Das Deck, mit Winde und Maststuhl, des Wracks Frachter Erik

 

Wrack Frachter Erik
Die Backboardseite am Heck des Wracks Frachter Erik

 

Wrack Sten Trans
Eine Leiter im Schacht – Einblicke vom Deck in das Wrack Sten Trans

Tauchen im Kleinen Belt vor Dänemark

Steg Gl. Aalbo
Der Steg in Gl. Aalbo dient auch als Bootsanleger und Taucher-Einstieg

Nachdem unsere langfristig geplante Wracktour auf der westlichen Ostsee von unserem gebuchten Skipper abgesagt wurde, haben wir uns kurzfristig für eine Tour nach Gl. Aalbo Camping in Dänemark entschieden. In der zweiten Septemberwoche war es nicht mehr ganz so voll auf dem Campingplatz. Ein Vorteil für uns, wo wir doch lieber individuell, ohne Scharen von Taucher und Camper, unserem Hobby nachgehen. Mit dem Wetter hatten wir viel Glück, es wurde gut als wir anreisten und schlechter als wir wieder fahren mussten. Die Sonne hat uns eine gute UW-Sicht beschert, sodass wir erst unterhalb von 20 m Tiefe unsere Lampen einschalten mussten.

Seeskorpion
Seeskorpione liegen gut getarnt zwischen den Steinen im Kleinen Belt der Ostsee

Jede Tiefenzone hat ihren individuellen Bewuchs mit Schwämmen, kleinen Anemonen, Miesmuscheln und verschiedene Pflanzen, die sich hervorragend auf dem felsigen Grund ansiedeln können. Auf unseren Tauchzügen haben wir Dorsche, viele Seeskorpione und Klippenbarsche, Steinpicker, Flundern, Schollen, Neunaugen, Butterfische, Krabben, Schnecken und Einsiedlerkrebse gesehen. Von Land aus konnten wir einige Male Schweinswale beobachten.

Bewuchs Grund Kleiner Belt
Schwämme, Algen und Anemonen im Kleinen Belt der Ostsee

Leider ist Jan die Latex-Halsmanschette von seinem Trocki gerissen. In Teamarbeit haben Jan, Jürgen und ich die Manschette notdürftig mit Sekundenkleber aus dem Campingshop, Aquasure und Fahrradschlauch, repariert. Am nächsten Tag war Jan wieder mit dabei und ziemlich froh über die gerettete Situation.

In den vier Tagen haben wir neun Tauchgänge mit einer Tauchzeit von 570 min gemacht. Untergebracht waren wir in einer der Exklusivhütten. Neben den Tauchaktivitäten haben wir die Zeit genossen und uns bei klassischem Deko-Getränk unterhalten, das schöne Wetter und den einzigartigen Blick auf den Kleinen Belt genossen.

Scholle im Kleinen Belt der Ostsee
Die Scholle, ein Grundfisch im Kleiner Belt der Ostsee

Wir hatten zwar keine Wracks in der Ostsee vor Gl. Aalbo, aber der schöne Aufenthalt mit den Strömungs- und Nachttauchgängen, hat uns auch viel Spaß bereitet.

Klippenbarsch Grundbewuchs Kleiner Belt Ostsee
Klippenbarsch am schönen UW-Bewuchs im Kleinen Belt der Ostsee