Der Arendsee

Queen Arendsee
Fahrgastschiff Queen Arendsee

Der Arendsee ist für Taucher aus der Prignitz schnell zu erreichen und deswegen auch häufig von uns besucht. Tieftauchen, Wracktauchen oder Tauchen an einer versunkenen Straße, terrassenförmigen Hängen, Steilwänden, versenkten Gegenständen und stillgelegten Rohrsystemen, machen das Gewässer für die unterschiedlichsten Unterwasservorhaben sehr interessant. Am Arendsee kannst du auch Überwasser alles erleben. Herrlicher Sonnenschein und spiegelglattes Wasser bilden hier ein fantastisches Panorama. Aber es wehen auch frische, eiskalte Briesen, die erstaunliche Wellen erzeugen. Das gleiche trifft auch für die Sichtweiten Unterwasser zu. Von Scheinwerfern die 8 m weit strahlen bis zu „Ich kann meinen Computer nicht mehr ablesen“ haben wir schon alles erlebt, sogar während nur eines Tauchgangs.

Tauchregeln

Seit Mai 2008 gelten für Taucher am Arendsee neue Regeln. Im Amtsblatt Nr. 5 vom 21.05.2008 wurde die „Neufassung der Verordnung des Altmarkkreises Salzwedel zur Regelung des Gemeingebrauchs am Arendsee“ (ArendseeVO) bekannt gemacht. Unter anderem wurden die Einstiegmöglichkeiten für Taucher von Land darin festgelegt. Demnach gibt es nur noch drei Einstiegstellen für Gerätetaucher.

Einstiege für Gerätetaucher von Land

  • Schrampe, (100 m neben dem Schramper Eck) Richtung „Lehmkuhlen“ (Einstieg Westufer)
  • Arendsee, Klosterkirche / Kaskade
  • Arendsee, Tauchclub

Bei Nichteinhaltung drohen hohe Strafen. Es ist also absolut empfehlenswert, sich an diese Regeln zu halten. Die Uferzonen sind Landschaftsschutzgebiet. Neben den Sporttauchern erfreuen sich noch viele andere Wassersportfreunde, zum Beispiel Segler, Surfer, Badegäste und Angler am Arendsee. Sport und Erholung sollen für alle am Arendsee möglich sein, jedoch unter Einhaltung des Natur- und Landschaftsschutzes. So haben wir hoffentlich lange etwas von diesem Erholungsgebiet. In wie weit die Einstiege von Land für uns Taucher praktikabel sind, könnt ihr in den jeweiligen Tauchplatzbeschreibungen lesen.

Einstieg Tauchclub – Arendsee

Anfahrt – Navigation

Navigationsziel:
39619 Arendsee, Lindenstraße 25, in Google Maps öffnen
Orientierung:
B190 Abfahrt Arendsee Zentrum Richtung Gartow / Böhmenzin fahren, in Arendsee der Beschilderung Richtung Campingplatz folgen
Vor Ort:
Von der Lindenstraße (L1) die Einfahrt zur Anlegestelle der „Queen Arendsee“ / Tauchclub nutzen.

PKW-Parkplatz

Ein städtischer Parkplatz befindet sich in ca. 300 m Entfernung zur Einstiegsstelle. Das Befahren der Einfahrt zur Anlegestelle ist nur Personal und behinderten Fahrgästen der Queen Arendsee gestattet und wird nach Absprache mit dem Tauchclub zum Be- und Entladen geduldet. Außerhalb der Saison hatten wir aber bisher keine Probleme, direkt vor der Mole zu parken.

Einstieg

Der Einstieg ist mit Anmeldung vom Gelände des Tauchclubs Arendsee möglich. Die Taucher informieren in ihrem Artikel auf www.200bar.de und auf ihrer Webseite www.tauchclub-arendsee.de. Eine weitere Möglichkeit besteht darin von der Mole aus, direkt zwischen Tauchclubgelände und Anlegestelle, ins Wasser zu gehen. Der Zugang ist seicht und problemlos über ein paar kleinere Steine möglich.

Unterwasser Highlights

Katamaran
Katamaran, neben der versenkten Badetonne
  • Kinder-Spielmotorrad (Pocket-Bike)
  • kleine Plattform
  • Holzpaddelboot
  • große Plattform – mit Schachbrett auf dem oberen Tisch
  • Baumwurzel – ein abgesägter, aufrecht stehender Holzstumpf mit Wurzel, in der sich gern kleine Fische aufhalten
  • diverse Metallteile – Stahlseil, liegende und im Grund steckende Profile, kleinere Gestelle
  • Slipwagengestell – vom ausgedienten Fahrgastschiff „Seeadler“
  • Segelboot „Seeschwalbe“ – nur das Segel fehlt
  • ehemalige Badetonne – gelbe Stahltonne ca. 2 m x 6 m mit Leitern
  • Katamaran – aus Holz, ohne Mast
  • Pflasterstraße – Teil einer Straße (Wegbefestigung), die früher einmal zur Mühle führte?
  • Fahrrad – aufrecht stehend, Rad in Beton gegossen
  • Schatztruhe mit Wächterin – toll gemacht, die große Holztruhe und die Wächterin, leider ist die Kleidung schon sehr zerfallen, die Baumwollnähte des Schutzanzuges haben sich im Wasser zersetzt


Unterwasserlageplan
Unterwasser-Lageplan vom Einstieg Tauchclub im Arendsee als PDF-Datei anzeigen

Grund, Tiefe, Sichtweiten

Anfangs im Flachwasserbereich der Anlegestelle fester Kiesboden, mit zunehmender Tiefe ist der feste Grund mit einer dunkleren, sehr dünnen Sedimentschicht abgedeckt. Der Seegrund fällt auf längerer Schwimmstrecke nur langsam ab.
Alle genannten Unterwasserobjekte befinden sich in einer Tiefe bis ca. 13 m. Genau diese Wasserschicht ist während des Sommers sehr trübe.
Um größere Tiefen zu erreichen, ist eine längere Schwimmstrecke zurückzulegen.

Flora und Fauna

Pflanzen sind so gut wie nicht vorhanden. Fische triffst du vorwiegend an den genannten Unterwasserobjekten. Fast immer sind dort kleine Flussbarsche oder Rotaugen (Plötze) zu sehen. Mit etwas Glück, kannst du nachts auch mal einem Hecht begegnen.

Einstieg Westufer – Arendsee

Anfahrt – Navigation

Navigationsziel:
39619 Schrampe, An der Promenade in Google Maps öffnen
Orientierung:
Von der B190 Abfahrt Arendsee West, auf der L5 in Richtung Schrampe, nach dem Waldstück, kommt eine größere Freifläche die auf der rechten Seite eingezäunt ist, weiter auf der L5 bis zur Linkskurve, dort rechts herunter fahren und gleich wieder rechts halten.
Vor Ort:
Der gepflasterte Weg führt direkt bis hinunter zum See. Die Abfahrt ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.

PKW-Parkplatz

Vor der Abfahrt zum See befinden sich auf der rechten Seite vom Weg Parkplätze. Allerdings ist der Fußmarsch mit der schweren Tauchausrüstung von hier noch recht weit und anstrengend. Die Straße führt hinunter zum Rad- und Wanderrundweg des Arendsee und zum Regattaverein Arendsee. Das jetzige Vereinsgelände wurde völlig umgestaltet. Aus der Wiese mit Spielgeräten, die uns bis 2008 noch als Autoabstell- und Anrödelplatz diente, ist jetzt ein eingezäuntes Segelvereinsgelände geworden. Es empfiehlt sich das Auto erst oben abzustellen um die Lage unten am Wasser zu erkunden und dann eventuell herunter zu fahren.

Einstieg Westufer
Einstieg Westufer Arendsee aus Seesicht. Der Einstieg befindet sich neben der Trauerweide.
Einstieg Westufer
Der Einstieg Westufer Arendsee im Winter

Einstieg

Die offizielle Bezeichnung für diesen Einstieg in der Arendseeverordnung ist: Schrampe (100 m neben dem Schramper Eck) Richtung „Lehmkuhlen“.

Rechts von der Steganlage des Segelsportvereins kommt man recht gut über eine Natursteintreppe ins Wasser. Links von den Stegen geht es auch, hier ist die Böschung etwas hoch, also Vorsicht beim Schritt ins Wasser. In der warmen Jahreszeit ist hier mit Segelbetrieb zu rechnen. Segelboote haben bekanntlich Schwerter zur Stabilisierung. Diese können für uns Taucher sehr gefährlich werden. Empfehlenswert ist den Ab- und Auftauchbereich mit der Alpha-Fahne auf einer Boje zu kennzeichnen. Die rote Fahne mit dem weißen Diagonalstreifen dürfte unter Seglern kaum bekannt sein, sie ist auch nicht das offizielle Zeichen für Taucher im Wasser, sondern die amerikanische Taucherflagge.

Unterwasser Highlights

Findling
Findling am UW-Hang
  • geologisch interessante Seegrundformation – terrassenartiger Erdfall
  • Findling – in 15 m Tiefe nach rechts vom Einstieg aus gesehen
  • Seetiefe

Grund, Tiefe, Sichtweiten

Anfangs fester Sandboden mit einer dünnen Schlickablagerung. Ab 13 m bis 15 m Tiefe wird der Grund dunkel und fällt von da an schnell, terrassenartig bis auf 20 m ab. Die Sedimentschicht danach ist noch dicker und von Schwefelbakterien bewachsen. Sie verläuft relativ gleichmäßig bis in eine Tiefe von ca. 40 m.
Dieser Tauchplatz ist prädestiniert für Tieftauchgänge. Es empfiehlt sich ca. 100 m an der Oberfläche raus zu schwimmen und dann abzutauchen, da der Grund in Ufernähe langsam abfällt. Ab 5 m nimmt das Gefälle zu und ab 13 m Tiefe geht es richtig runter.

Grundformation
Terrassenartige Grundformation
Grundformation
Kleine Abbruchkanten durch den Erdfall
Grund
Terrassenartiger Seegrund
Grund
Terassenartiger Seegrund

Flora und Fauna

Schilfgürtel und über dem Grund schwimmende Algen bilden während der Sommermonate den spärlichen Pflanzenbewuchs. Kleinen Fluss- oder Kaulbarschen kannst du überall mal begegnen.