Tauchkurs im Kreidesee Hemmoor

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Das lange Trainieren hatte nun endlich seinen Höhepunkt erreicht. Anfang April habe ich meinen Tauchkurs TDI Advanced Nitrox & Decompression Procedures bei Tekki-School – Technische Tauchschule – Thomas Stommel durchgeführt. In den vier Tagen haben wir sehr ausgiebig trainiert. Da zwei andere Teilnehmer abgesagt hatten, konnte sich Thomas intensiv um mich kümmern.

Im Vorfeld habe ich mich gründlich vorbereitet, das Lehrbuch mehrmals durchgearbeitet, Berechnungen geübt und die Skills immer wieder trainiert. Die sehr gute Vorbereitung hat sich im Kurs positiv gezeigt. Die meisten Skills habe ich auf Anhieb beherrscht, aber es gab einiges, was ich verbessern konnte. Dem kritischen Blick von Thomas ist nichts entgangen und so bekam ich wertvolle Tipps, um mein Tauchen zu perfektionieren.
Genau da liegt der Unterschied ob vorbereitet oder nicht. Unvorbereitet würde ich die Grundlagen erst im Kurs erlernen und vielleicht nur einigermaßen beherrschen und wenn ich Pech habe, den Kurs nicht einmal erfolgreich abschließen, also kein Brevet. Vorbereitet konnte ich die vorhandenen Fähigkeiten weiter ausfeilen und durch Thomas auf ein hohes Niveau bringen.

Wer sich für den reinen Kursablauf und Inhalt interessiert, kann sich in meinem ausführlichen
Kursbericht informieren.

Am ersten Tag haben wir die Theorie durchgearbeitet, die Ausrüstung überprüft, den ersten Übungstauchgang gemacht und die beiden Examen geschrieben. Ab dem zweiten Tag wurde nur noch getaucht. Von den acht Tauchgängen, waren fünf reine Übungstauchgänge auf der Plattform zum Üben der Skills. Dann ein simulierter Deko-Vorführtauchgang und zwei von mir selbst geführte echte Deko-Tauchgänge mit vorangegangener Tauchgangsplanung.
Die Unterwasserzeit betrug insgesamt 426 min, der längste Tauchgang 77 min, die Wassertemperatur hatte 5 – 7 °C. Mein Manko war nur, dass ich irgendwann raus musste, da ich noch kein P-Valve besitze, …noch nicht.

Fazit

Thomas Stommel, Ralph Beckus
Unser Abschlussfoto nach erfolgreich bestandenem Tauchkurs (li) TL Thomas und (re) Ralph

Schon beim ersten Telefonat hatte ich den Eindruck, dass Thomas gut organisiert ist, was sich im Kurs bestätigte. Die Kurstermine werden für das gesamte Jahr auf seiner Webseite bekannt gegeben, sehr günstig für eine langfristige Planung beim Interessenten. Thomas ist ein sehr guter, erfahrender technischer Tauchlehrer. Er hat mir viele Verbesserungen mit auf den Weg geben können. Meine Fragen wurden immer kompetent beantwortet, Über- und Unterwasser. Es war deutlich zu merken, dass er, so wie ich auch, leidenschaftlich gerne taucht. Es lag ihm viel daran, mich optimal zu trainieren, um ein gutes Ergebnis zu erreichen. Ich finde das ist ihm gelungen.
Jetzt kann ich auf dem Level weiter tauchen und trainieren, um mich auf den Trimix-Kurs fürs nächste Jahr vorzubereiten. Den werde ich mit Sicherheit auch bei Tekki-School – Thomas Stommel machen. Darauf freue ich mich jetzt schon.

Alles in allem kann ich sagen, das Training hat mir viel gebracht und wir hatten Spaß – besonders bei der eigentlich anstrengenden Apnoe-Übung.
Wenn sich durch ein Missverständnis, ungeplant, Tauchlehrer und Kursteilnehmer plötzlich in der Mitte einer Strecke, ohne Maske und ohne Regler treffen, ist das schon überraschend und ziemlich lustig. Nachdem ich meine Tarierung korrigiert, den Atemregler im Mund und die Maske im Gesicht hatte, mussten wir erst einmal auf der Plattform abfeiern.

Kleine Felssteilwand – Arendsee

Steilwand
Kleine Steilwand

Vom Einstieg rechts, ungefähr auf Höhe des Anglerheims, befindet sich die Steilwand in einer Tiefe von 15,5 m an der höchsten und 20,5 m an der tiefsten Stelle. Nun könnte man denken sie ist 5 m hoch, leider ist das nicht der Fall. Die Oberkante der Felswand verläuft über eine Strecke von geschätzten 100 m, in der Tiefe 15,5 m bis 20 m schräg. Der größte Höhenunterschied liegt etwa mittig. Hier fällt der Fels von 17 m auf 20 m Tiefe ab. Es empfiehlt sich mit ausreichend Abstand zur Wand, die Felskante hintereinander zu betauchen. So kann jeder mehr von diesem Abbruch sehen. Ober- und Unterhalb des Felsens ist der Seeboden mit Sediment bedeckt. Wer hier gut tariert, mit geeignetem Flossentechnik taucht, wird auch auf dem Rückweg noch gute Sicht haben. Am Beginn der Felskante liegt in 18 m Tiefe, unterhalb der Steilwand, auf schlammigen Grund, das Wrack eines Holzbootes. Die Tiefenangaben können je nach Wasserstand des Arendsee geringfügig abweichen.

Wrack
Wrack unterhalb der Steilwand
Steilwand
Fischversteck in der Steilwand
Steilwand
Steilwand, Sicht von oben
Steilwand
Steilwand, Sicht von oben
Ruderboot Wrack
Ruderbootwrack unterhalb der Steilwand, Foto: Jan Börner
Ruderboot Wrack
Ruderbootwrack, Foto: Jan Börner
Steilwand
Steilwand, Sicht frontal

Wrack DDR-Zollboot – Arendsee

Wrack Zollboot
Wrack vor der Versunkung

Die Koordinaten, welche sich auch auf der Wrackboje befinden, sind 52° 53m 12,7s N (52,886861° N) und 11° 29m 25,3s O (11,490361° O). Danach müsste sich das Wrack weiter östlich befinden, diese Angaben stimmen auf keinen Fall. Für uns Taucher ist das eigentlich auch uninteressant, da es die Wrackboje gibt.
Aber mit Stand April 2018 ist keine Wrackboje mehr vorhanden. Ich nehme an sie wurde über Winter eingeholt und noch nicht wieder ausgebracht.
Das 12 m lange und 2,50 m breite Schiffswrack wurde durch ein Grundtau mit der Oberflächenboje verbunden und gekennzeichnet. Die sicherste Möglichkeit das Wrack zu finden ist am Grundtau abzutauchen. Wer es vom Ufer aus antauchen möchte, sollte etwas links von der Boje anpeilen um genau anzukommen. Die Richtung beträgt ca. 285°, die Boje ist am Heck befestigt. Allerdings gilt diese Richtungsangabe für den Einstieg „Wrack / Kleine Steilwand“ und der ist anscheint nicht mehr gestattet. Den Taucheinstieg „Klosterkirche / Kaskade“ haben wir noch nicht getestet. Aber von dort ist es sehr weit und vielleicht auch gar nicht zu erreichen. Wenn wir es versucht haben ändern wir diese Information hier entsprechend.

Das Wrack liegt in 17 m bis 17,5 m Tiefe, nach Steuerbord geneigt, auf ziemlich ebenen, festen Grund. Die Aufbauten beginnen in einer Tiefe von 15,5 m. Da der Stahl sandgestrahlt wurde, ist der Rumpf rostig und hebt sich von der Umgebung nur schwer ab. Außer dem Rumpf sind noch das Steuerrad auf dem Dach der Kajüte, Suchscheinwerfer, Begrenzungsleuchten, Teil der Kardanwelle, Rahmen der Heck-Außenbordplattform, Flutventile zur Versenkung und Bugreling vorhanden. Die Schraube und das Ruderblatt fehlen. Liebe Taucher, lasst bitte alles an Bord, damit wir lange etwas von den wenigen Details haben.
Die Versenkungsaktion wurde wie ein kleines Volksfest aufgezogen. Allerdings hat das Wetter überhaupt nicht mitgespielt. Die Zuschauer haben trotz Regen an Land durchgehalten. Genau im Moment des Untergangs hat sich eines der Begleitboote zwischen dem Untergangskanditaten und der zuschauenden Menschenmenge an Land geschoben. „Klasse – Männer vom THW, habt ihr echt sauber hinbekommen.“
Das Zollboot wurde zur Versenkung im Arendsee speziell vorbereitet. Dieses Projekt wurde durchgeführt, um auch Tauchtouristen in den Luftkurort zu locken. Eine Hinweistafel an Land gibt Informationen zur Versenkung des Bootes am 07. Oktober 2006 und zur Förderung durch die Europäische Union.

Patrouillienboot oder Zollboot der DDR?

Bisher haben wir angenommen, es handelt sich bei diesem Boot um ein Patrouillienboot der Marine. Laut Recherchen von ddr-binnenschifffahrt.de soll es sich jedoch um ein Boot handeln, wie es von der Zollverwaltung der DDR eingesetzt wurde. Erbaut etwa 1955 beim VEB Yachtwerft in Berlin und zugehörig zur Typenreihe Hafenlimousine der 500-er Baureihe. Nach außer Dienststellung beim Zoll, kam das Boot entweder zum WWD, dem Wasserwirtschaftsdienst oder gleich zur GST, der Gesellschaft für Sport und Technik. Später verkauft und in Privatbesitz, wurde das Boot umgebaut, der oberer Fahrerstand und Heckverstrebung oberhalb der Schraube und so weiter.
Das Boot wurde durch den Eigner oder dessen Erben an einen Schrotthändler verkauft und sollte bereits abgewrackt werden. Dann kam aber die Idee mit der Versenkung im Arendsee. Mit diesem Projekt fand das ehemalige Zollboot der DDR seine letzte Verwendung auf dem Grund des Arendsee.

Wrack Zollboot
Das Wrack des Zollbootes bei der Versenkung
Wrack Zollboot
Wrack Achtern
Wrack Zollboot
Schraubenwelle im Wrack
Wrack Zollboot
Flutventil im Wrack, angebracht für die Versenkung
Wrack Zollboot
Außensteuer auf Topdeck des Wracks
Wrackboje Arendsee
Wrackboje mit den Koordinaten
Wrack Zollboot
Das Wrack vor der Versenkung