Kleine Felssteilwand – Arendsee

Steilwand
Kleine Steilwand

Vom Einstieg rechts, ungefähr auf Höhe des Anglerheims, befindet sich die Steilwand in einer Tiefe von 15,5 m an der höchsten und 20,5 m an der tiefsten Stelle. Nun könnte man denken sie ist 5 m hoch, leider ist das nicht der Fall. Die Oberkante der Felswand verläuft über eine Strecke von geschätzten 100 m, in der Tiefe 15,5 m bis 20 m schräg. Der größte Höhenunterschied liegt etwa mittig. Hier fällt der Fels von 17 m auf 20 m Tiefe ab. Es empfiehlt sich mit ausreichend Abstand zur Wand, die Felskante hintereinander zu betauchen. So kann jeder mehr von diesem Abbruch sehen. Ober- und Unterhalb des Felsens ist der Seeboden mit Sediment bedeckt. Wer hier gut tariert, mit geeignetem Flossentechnik taucht, wird auch auf dem Rückweg noch gute Sicht haben. Am Beginn der Felskante liegt in 18 m Tiefe, unterhalb der Steilwand, auf schlammigen Grund, das Wrack eines Holzbootes. Die Tiefenangaben können je nach Wasserstand des Arendsee geringfügig abweichen.

Wrack
Wrack unterhalb der Steilwand
Steilwand
Fischversteck in der Steilwand
Steilwand
Steilwand, Sicht von oben
Steilwand
Steilwand, Sicht von oben
Ruderboot Wrack
Ruderbootwrack unterhalb der Steilwand, Foto: Jan Börner
Ruderboot Wrack
Ruderbootwrack, Foto: Jan Börner
Steilwand
Steilwand, Sicht frontal

Wrack DDR-Zollboot – Arendsee

Wrack Zollboot
Wrack vor der Versunkung

Die Koordinaten, welche sich auch auf der Wrackboje befinden, sind 52° 53m 12,7s N (52,886861° N) und 11° 29m 25,3s O (11,490361° O). Danach müsste sich das Wrack weiter östlich befinden, diese Angaben stimmen auf keinen Fall. Für uns Taucher ist das eigentlich auch uninteressant, da es die Wrackboje gibt.
Aber mit Stand April 2018 ist keine Wrackboje mehr vorhanden. Ich nehme an sie wurde über Winter eingeholt und noch nicht wieder ausgebracht.
Das 12 m lange und 2,50 m breite Schiffswrack wurde durch ein Grundtau mit der Oberflächenboje verbunden und gekennzeichnet. Die sicherste Möglichkeit das Wrack zu finden ist am Grundtau abzutauchen. Wer es vom Ufer aus antauchen möchte, sollte etwas links von der Boje anpeilen um genau anzukommen. Die Richtung beträgt ca. 285°, die Boje ist am Heck befestigt. Allerdings gilt diese Richtungsangabe für den Einstieg „Wrack / Kleine Steilwand“ und der ist anscheint nicht mehr gestattet. Den Taucheinstieg „Klosterkirche / Kaskade“ haben wir noch nicht getestet. Aber von dort ist es sehr weit und vielleicht auch gar nicht zu erreichen. Wenn wir es versucht haben ändern wir diese Information hier entsprechend.

Das Wrack liegt in 17 m bis 17,5 m Tiefe, nach Steuerbord geneigt, auf ziemlich ebenen, festen Grund. Die Aufbauten beginnen in einer Tiefe von 15,5 m. Da der Stahl sandgestrahlt wurde, ist der Rumpf rostig und hebt sich von der Umgebung nur schwer ab. Außer dem Rumpf sind noch das Steuerrad auf dem Dach der Kajüte, Suchscheinwerfer, Begrenzungsleuchten, Teil der Kardanwelle, Rahmen der Heck-Außenbordplattform, Flutventile zur Versenkung und Bugreling vorhanden. Die Schraube und das Ruderblatt fehlen. Liebe Taucher, lasst bitte alles an Bord, damit wir lange etwas von den wenigen Details haben.
Die Versenkungsaktion wurde wie ein kleines Volksfest aufgezogen. Allerdings hat das Wetter überhaupt nicht mitgespielt. Die Zuschauer haben trotz Regen an Land durchgehalten. Genau im Moment des Untergangs hat sich eines der Begleitboote zwischen dem Untergangskanditaten und der zuschauenden Menschenmenge an Land geschoben. „Klasse – Männer vom THW, habt ihr echt sauber hinbekommen.“
Das Zollboot wurde zur Versenkung im Arendsee speziell vorbereitet. Dieses Projekt wurde durchgeführt, um auch Tauchtouristen in den Luftkurort zu locken. Eine Hinweistafel an Land gibt Informationen zur Versenkung des Bootes am 07. Oktober 2006 und zur Förderung durch die Europäische Union.

Patrouillienboot oder Zollboot der DDR?

Bisher haben wir angenommen, es handelt sich bei diesem Boot um ein Patrouillienboot der Marine. Laut Recherchen von ddr-binnenschifffahrt.de soll es sich jedoch um ein Boot handeln, wie es von der Zollverwaltung der DDR eingesetzt wurde. Erbaut etwa 1955 beim VEB Yachtwerft in Berlin und zugehörig zur Typenreihe Hafenlimousine der 500-er Baureihe. Nach außer Dienststellung beim Zoll, kam das Boot entweder zum WWD, dem Wasserwirtschaftsdienst oder gleich zur GST, der Gesellschaft für Sport und Technik. Später verkauft und in Privatbesitz, wurde das Boot umgebaut, der oberer Fahrerstand und Heckverstrebung oberhalb der Schraube und so weiter.
Das Boot wurde durch den Eigner oder dessen Erben an einen Schrotthändler verkauft und sollte bereits abgewrackt werden. Dann kam aber die Idee mit der Versenkung im Arendsee. Mit diesem Projekt fand das ehemalige Zollboot der DDR seine letzte Verwendung auf dem Grund des Arendsee.

Wrack Zollboot
Das Wrack des Zollbootes bei der Versenkung
Wrack Zollboot
Wrack Achtern
Wrack Zollboot
Schraubenwelle im Wrack
Wrack Zollboot
Flutventil im Wrack, angebracht für die Versenkung
Wrack Zollboot
Außensteuer auf Topdeck des Wracks
Wrackboje Arendsee
Wrackboje mit den Koordinaten
Wrack Zollboot
Das Wrack vor der Versenkung

Tauchplatz Wrack und Kleine Steilwand – Arendsee

Anfahrt – Navigation

Navigationsziel:
39619 Arendsee, Wendlandweg in Google Maps öffnen
Orientierung:
B190 Abfahrt Arendsee, im Zentrum Richtung Gartow, Böhmenzin, Hafen
Vor Ort:
Im Stadtzentrum von der Friedensstraße (L1) Höhe Haus-Nr. 109/111, direkt neben dem Fußgängerüberweg, die schmale Gasseneinfahrt (Seeweg) in Richtung Opel-Autohaus benutzen. Die auch zum See führende Gasse ist durch ein Opel-Werbeschild gekennzeichnet.

PKW-Parkplatz

Eine ausgewiesene Parkfläche ist nicht vorhanden. Das Auto kann nach ca. 150 m links oder rechts am unbefestigten Wendlandweg abgestellt werden. Hier ist Rücksichtnahme auf die Anwohner gefragt. Auch wenn Flächen nicht eingezäunt sind, bitte nicht befahren es könnten Privatgrundstücke sein.

Einstieg (ehemaliger Einstieg, nicht mehr offiziell)

Seeblick
Blick zum Einstieg Wrack und Kleine Steilwand

Der gepflasterte Gehweg führt über eine Treppe hinab zum See, geradezu befindet sich eine Freifläche direkt am Wasser. Die Stadt hat hier Sitzgelegenheiten eingerichtet und eine Informationstafel zum Wrack aufgestellt. Die Böschung ist mit Felssteinen gegen Wellen gesichert. Nach der Arendsee-Verordnung scheint das kein offizieller Einstieg für Taucher mehr zu sein. Hier ist weder die Klosterkirche noch die Kaskade. Vielleicht ist das auch nur ein Missverständnis. Wie soll denn das Wrack betaucht werden können, wenn wir Taucher dort nicht ins Wasser dürfen? Am besten eignete sich der Einstieg auf der linken Seite, direkt an der Weide. Äußerste Vorsicht, die Steine sind rutschig – Unfallgefahr!

Unterwasser Highlights

Wrack Zollboot
Wrack DDR-Zollboot

Grund, Tiefe, Sichtweiten

Der Grund ist überwiegend fest und durch eine sehr dünne, helle Sedimentschicht bedeckt. Er fällt ca. 30 m vom Ufer schnell und gleichmäßig ab. Richtung Osten, zur Steilwand tauchend, ist der Seeboden von größeren Vertiefungen durchzogen. Es empfiehlt sich an diesen Stellen nur nach Kompass zu tauchen um nicht die Orientierung zu verlieren.
Nordwestlich vom Einstieg befindet sich in ca. 16 m bis 18 m Tiefe eine Ebene auf der das Zollboot liegt. Vom Wrack in Richtung 340° tauchend endet diese Ebene nach 25 m. Dann fällt der helle, feste, zum Teil mit Geröll bedeckte Grund gleichmäßig von 17,3 m auf 24 m ab. Das folgende Gefälle ist mit einer dicken, dunkleren Sedimentschicht bedeckt.
Wenn das Oberflächenwasser grün oder manchmal sogar braun ist und die Sicht zum Teil weniger als 1 m beträgt, sind unterhalb der Sprungschicht 5 m Sicht möglich. Die Highlights dieses Tauchplatzes befinden sich darunter, in einer Tiefe zwischen 13 m und 21 m. In Jahreszeiten ohne Sprungschicht, im Frühjahr und Herbst, ist die Sicht oft ähnlich wie an der Oberfläche, in den letzten Jahren 2 m bis max. 4 m.

Flora und Fauna

Kaulbarsch
Kaulbarsch unterhalb der kleinen Steilwand

Pflanzen sind so gut wie nicht vorhanden. Kleine Flussbarsche, Rotaugen (Plötze) und Karauschen sind gelegentlich am Wrack des Zollbootes zu sehen. An der Steilwand sind auch Kaulbarsche anzutreffen.