Winterstimmung am Dranser See

Dranser See

Anfang März wollten wir endlich mal wieder abtauchen. Unser Ziel war der Dranser See. Das Gewässer liegt im Nordwesten von Brandenburg, ca. 12 km von Wittstock entfernt. Wir entschieden uns, an eine der Badestellen in der Nähe vom Ort Dranse ins Wasser zu steigen. Der See und seine Umgebung waren uns völlig unbekannt. Umso überraschter waren wir über die gepflegten Badestellen, das hatten wir nicht erwartet. Die Wiesen waren kurz, es gab Parkbänke zum Verweilen und für Abfälle waren Tonnen aufgestellt.

Dranser See
Eine dünne Eisschicht auf dem Dranser See an der Badestelle bei Dranse

An der größten Badestelle war noch Eis auf dem Wasser. Ein paar hundert Meter weiter war der See völlig eisfrei, wir hatten unsere Einstiegsstelle gefunden.

Dranser See
Idyllische Ufer am Dranser See

Im Wasser ist zu dieser Jahreszeit noch nicht viel los. Wir hatten bis zu 2 m Sichtweite im 4 °C kühlen Wasser. Dem Grund folgten wir bis in 8 m Tiefe und hielten uns danach parallel zur Uferlinie. Der Grund ist etwas schlammig, an einigen Stellen liegen kleine Steine am Hang. Weiter oben im flachen Wasser sahen wir die Überreste einiger Pflanzen aus dem letzten Jahr. Wenn die Vegetation wieder beginnt, wird es hier sicherlich einen guten Bewuchs und Fische geben.

Dranser See
Schilf und Wald umsäumt den Dranser See, Natur pur

Unser erster Eindruck war gut und wir wollen das Gewässer zu verschiedenen Jahreszeiten immer wieder mal betauchen. Aber auch zum Baden und Wandern lädt der Dranser See mit seiner sehr idyllischen Natur ein.

Badestelle Dranser See
Die Badestelle bei Dranse

Arendsee, Tauchgang am Westufer

Ein dreiviertel Jahr ist es jetzt her, dass ich im Arendsee abgetaucht bin. Ich erinnere mich an schlechte Sicht von einem knappen Meter. Es war an der Zeit zu testen, ob sich an diesen Verhältnissen schon etwas geändert hat. Diesmal bin ich zum Westufer nach Schrampe gefahren. Der Wasserstand ist immer noch sehr niedrig. Ärgerlich für den Seglerverein, der hier seine Bootsteganlage noch zu normalen Wasserständen errichtet hat. An den Pfosten der Stege ist zu sehen, dass fast 1 m Wasser fehlt.

Arendsee
Niedriger Wasserstand im Arendsee. Landpflanzen erobern die Uferzone.

Fertig zum Tauchen

Nach kurzer Zeit, hatte ich meinen Trocki an und alles gecheckt. Vom Ufer sah das Wasser klar aus, aber nach ein paar Meter gehen, erkannte ich die Eintrübung. Egal, mal sehen ob es tiefer besser wird.
Nach dem Abtauchen dauerte es nur einige Minuten und ich kehrte zur Wasseroberfläche zurück. Ich dachte die Maske sei beschlagen und mein neu gekauftes Antibeschlagspray taugt nichts. Ich spuckte nochmal in die Maske, verrieben, gespült … auf ein Neues. Aber nein, es lag nicht an der Maske, die Sicht war so schlecht. Ich tauchte trotzdem weiter hinaus und es ging immer tiefer.

Schlagartig bessere Sicht

ab 16 m Tiefe wurde es klar, ich freute mich. Ein paar Meter tiefer begann der schräg abfallende Grund, bedeckt mit einer weißen Faulschicht. Die weißen Bakterien reflektieren das Licht und es wird dadurch schön hell. Der Grund wirkt wie eine Tod-Zone. Bei 30 m Tiefe machte ich einen Schlenker nach links, Richtung Nord. Nach einigen Minuten tauchte ich in 25 m Tiefe parallel zurück. Zu sehen waren nur hier und da ein kleiner Barsch. Trotzdem war es schön schwerelos durchs klare Wasser zu gleiten. Hier unten war es stock dunkel. Das Tageslicht wurde vollständig von den Schwebeteilchen über mir absorbiert.

Beim Austauchen

über dem kaskadenartig aufsteigenden Grund, entdeckte ich noch einen kleinen ruhenden Schlei. Ich vermied es, den Fisch zu blenden, genoss einen Augenblick und tauchte vorsichtig über ihn hinweg. Im Flachwasser habe ich noch einige Übungen durchgeführt. Zufrieden über den Tauchgang kehrte ich nach 45 min wieder an die Wasseroberfläche zurück. Ich tauchte nach der Drittelregel für den Gasvorrat. Auf Grund der Tiefe, verkürzte das meine Tauchzeit.

Im Kreidesee bis 25 m Tiefe

Wir sind Freitagmittag angereist und bis Sonntag geblieben. Diesmal haben wir Tauchgänge oberhalb von 25 m Tiefe durchgeführt.

Von Einstieg 0

aus tauchten wir zum Flugzeug und ab zur Rührwerkstütze, entlang an Resten einer alten Steilwand zum Förderband und weiter zum weißen Hai. Auf dem Rückweg haben wir das Sonnenlicht im flachen Wasser genossen. Kurz nach dem Arbeitstisch, in 3 m Tiefe, kamen wir wieder am Steg an. Als wir auftauchten, wurden wir von einem Regenschauer überrascht. Zum Glück konnten wir nicht nass werden 😉

Rührwerkstütze
Die Rührwerkstütze im Kreidesee in 24 m Tiefe

Am Einstieg 1

tauchen wir an den Plattformen vorbei, den neu versenkten, sogenannten „Skywalk“ hindurch. Es ist ein GFK-Rohr, bestehend aus zwei Segmenten, mit einem Durchmesser von ca. 2 m. Das Rohr liegt neben der Straße, noch vor dem Segelboot und ragt ein Stück über die Steilwand ins Freiwasser. Wir schwammen zurück zur Straße und an dieser entlang tiefer in den See. Nach der Betonbombe behielten wir die Tiefe bei und tauchten erst auf Höhe des Andreaskreuzes etwas auf, um im wärmeren Wasser unseren Rückweg durch den Unterwasserwald Richtung E1 zu beginnen.

Unterwasserwald Kreidesee
Im Unterwasserwald zwischen E2 und E3

Vom Einstieg 2

aus erkundeten wir den oberen Teil des Rüttlers. Durch die Schütte konnten wir bis hinunter in den Rüttlerkeller sehen. Unter der Brücke mit dem LKW hindurch, stiegen wir langsam in den UW-Wald auf und genossen ein weiteres Mal diesen herrlichen Anblick bei gutem Sonnenlicht.

Rüttler
Der Lkw auf der Brücke zum Rüttler in 18 m Tiefe

Rüttler
Über der Schütte des Rüttlergebäudes

Der Einstieg 4

war unser Ausgangspunkt für unser Tauchziel Segelyacht „Hemmoor“. Der Unterwasserkurs führte uns kurz hinab zu den Pkw-Wracks unterhalb von E4. Von dort schwammen wir flacher weiter, über die stark bewachsenen Terrassen, bis zum alten DLRG-Wohnwagen in 24 m Tiefe. Durch die vielen Jahre im See ist dieser innen schon stark zerfallen. Die Kante oberhalb vom Wohnwagen führt direkt zur Segelyacht in 18 m Tiefe. Wir besichtigten das Wrack und tauchten noch einmal hindurch, bevor wir unseren Rückweg antraten.

Am Samstag war bei bestem Wetter sehr viel los am See. Teilweise konnten wir an den geplanten Einstiegen keinen Parkplatz bekommen und mussten unsere Vorhaben kurzfristig anpassen. Insgesamt haben wir aber alle geplanten Unterwasserziele erreichen können. Und so voll wie es an Land wirkte, was es zum Glück im Wasser nicht.

Bei unserer letzten Tour im Juli steuerten wir tiefere Ziele an. Mit den Scooter sind wir an entlegene Stellen des Kreidesees gefahren. Diese bestechen durch Einsamkeit und fantastische Sichtweiten.